Rockstar lobte den Richter, der den Antrag der entlassenen Mitarbeiter auf eine vorübergehende Entschädigung ablehnte.
Der Fall um über 30 Mitarbeiter, die zwischen Oktober und November letzten Jahres von den Machern der Grand Theft Auto-Serie entlassen wurden, hat bereits große Aufmerksamkeit erregt. Politiker haben ihre Unterstützung für die betroffenen YouTuber erklärt, ganz zu schweigen von vielen Spielern (die traditionell gegen den „gierigen Konzern“ sind). Der erste Rechtsstreit war jedoch ein Sieg für Rockstar Games.
Fehlen Beweise für Gewerkschaftszerschlagung?
Wie Bloomberg berichtet, lehnte das britische Arbeitsgericht (Glasgow Tribunal) den Antrag auf vorübergehende Entschädigung für die entlassenen Studiomitarbeiter ab. Es geht nicht nur ums Geld. Richterin Frances Eccles begründete ihre Entscheidung auf eine Weise, die direkt auf die Anschuldigungen dieser Urheber einging. Dem Bericht zufolge haben die ehemaligen Entwickler nicht überzeugend dargelegt, dass sie eine Chance haben, das Gericht davon zu überzeugen, dass Rockstar sie aufgrund ihrer Gewerkschaftszugehörigkeit entlassen hat.
Um es noch einmal zusammenzufassen: 34 Personen, die aufgrund von „Personalabbau“ entlassen wurden, und ihre Unterstützer von der Independent Workers' Union of Great Britain (IWGB) argumentierten, dass ihre Entlassung nicht, wie Rockstar behauptete, auf einen Verstoß gegen Vertraulichkeitsregeln zurückzuführen sei, sondern darauf, dass sie mit Gewerkschaften gesprochen hätten. Mit anderen Worten: Es sollte ein Beweis für den Kampf des Unternehmens gegen die gewerkschaftliche Organisierung der Arbeitnehmer (Union Busting) sein.
Das Urteil des Arbeitsgerichts scheint diesen Vorwurf zu entkräften, was die Gewerkschaftsmitglieder sehr beunruhigt. Dennoch bleibt die IWGB zuversichtlich, und in einer Erklärung gegenüber Games Radar äußerte die Gewerkschaft ihre Hoffnung auf eine „fairere“ Behandlung des Falles während des gesamten Gerichtsverfahrens und eine kritischere Herangehensweise an die „fragilen Grundlagen“ von Rockstars Argumenten.
Das bedeutet nicht, dass sich das Gericht völlig auf die Seite des Studios gestellt hat. Laut Bloomberg wies Richterin Frances Eccles darauf hin, dass es keine wirklichen Beweise dafür gebe, dass die Entlassungen auf Gewerkschaftsverbindungen zurückzuführen seien. Drei Mitarbeiter aus Kanada wurden von ihren Positionen entlassen, da sie offenbar keine Verbindungen zu Gewerkschaften hatten. In der Zwischenzeit haben viele YouTuber, die sich intensiv an Aktivitäten und/oder Diskussionen zu diesem Thema beteiligten, ihren Job nicht verloren.
Es besteht also die Möglichkeit, dass die Gewerkschaftsmitglieder noch nachweisen können, dass die Entlassungen mit Gewerkschaftsaktivitäten in Zusammenhang stehen. Dennoch ging Rockstar aus dem ersten Aufeinandertreffen als Sieger hervor.
