Beide Teile der Kingdom Come: Deliverance-Reihe spielen im mittelalterlichen Böhmen, was angesichts der Tatsache, dass Warhorse ein Studio in Prag ist, Sinn macht. Interessanterweise haben die Entwickler in einem bestimmten Entwicklungsstadium auch andere Einstellungen in Betracht gezogen.
In einem Interview mit dem Edge-Magazin gab Viktor Bocan, Designdirektor von Warhorse Studios, zu, dass das Team auch darüber nachdachte, das Spiel im Deutschland oder England des 15. Jahrhunderts zu spielen. Darüber hinaus dachten sie darüber nach, für die zweite Option einen von den Robin-Hood-Legenden inspirierten Charakter hinzuzufügen.
Beide Länder scheinen für ein Rollenspiel geeignet zu sein, das stark auf historischen Realismus setzt. Das Problem bestand jedoch darin, dass die Schöpfer keinen vollständigen Bezug zu diesen Orten hatten und befürchteten, sie könnten sie nicht genau nachbilden.
Ich glaube, der wichtigste Teil des Designs ist, dass man wirklich das Gefühl hat, da zu sein, und alle Systeme sind da, um das zu unterstützen. Man kann der Welt alles antun, und die Welt sollte reagieren. Das historische Zeug ist es nicht [only] dorthin, weil wir die Geschichte rekonstruieren wollten. Wir haben das getan, weil es glaubwürdig ist, wenn man es richtig macht.
Um das von Warhorse erwartete Niveau zu erreichen, sind umfangreiche Recherchen erforderlich. Um dies zu ermöglichen, hat das Studio eine polnische Historikerin, Joanna Nowak, an Bord geholt, die in unzähligen lokalen Quellen eintaucht, um ein äußerst genaues Bild des mittelalterlichen tschechischen Lebens zu erstellen.
Die Handlung nach Deutschland oder England zu verlegen, würde bedeuten, bei Null anzufangen, da Warhorse über diese Regionen „nichts wusste“. Eine erneute Recherche würde zeitaufwändig sein, daher entschied sich das Studio für eine vertrautere Umgebung, was sich eindeutig als Vorteil herausstellte. Die realistische Welt von Kingdom Come ist tatsächlich eines der stärksten Merkmale der Serie.
